| Vorsorgen - in welchem Alter? | |
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Generell sollen Vorsorgeuntersuchungen ab einem bestimmten Alter durchgeführt werden. Dieses Alter richtet sich nach dem statistisch ermittelten Zeitpunkt, ab dem eine Krankheit gehäuft auftritt. So ist z.B. Prostatakrebs beim Mann ab dem 60sten Lebensjahr besonders häufig anzutreffen (häufigste Krebstodesursache beim Mann ab 60), so dass zur Früherkennung entsprechende Untersuchungen ab dem 45sten Lebensjahr empfohlen werden. Andere Krebsarten wiederum weisen keinen Häufigkeitsgipfel in einem bestimmten Lebensalter auf, damit wären dafür Vorsorgeuntersuchungen eigentlich in jedem Lebensalter zu empfehlen. Vorsorgeuntersuchungen sollen in einem bestimmten Rhythmus durchgeführt werden. Dadurch können Veränderungen zum Vorbefund festgestellt werden, die dann einen zeitigen Hinweis auf eine mögliche Erkrankung geben. Der empfohlene Rhythmus richtet sich nach dem Alter, sollte aber 2 Jahre nicht überschreiten. |
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| Welche Vorsorgeuntersuchungen gibt es? | ||
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Die bekannteste Vorsorgeuntersuchung für Männer ist sicher der PSA-Wert, der zur Früherkennung von Prostatakrebs genutzt wird. PSA bedeutet Prostata Spezifisches Antigen und ist ein Eiweiß, welches von der Prostata produziert wird. Da jeder Mann eine "eigene" Prostata mit einer individuellen Organgröße hat, hat auch jeder Mann seinen "eigenen" PSA-Wert. Die Höhe dieses individuellen Normwertes ist abhängig von der Organgröße bzw. von der Anzahl der Zellen der Prostata. Überschreitet der individuelle PSA-Wert einen allgemein festgelegten durchschnittlichen Normwert oder erhöht sich bei Folgeuntersuchungen der PSA-Wert, kann dies verschiedene Ursachen haben. Eine davon kann ein Herd von Krebszellen in der Prostata sein. Aber auch eine Entzündung, Kältereize oder die gutartige Prostatavergrößerung (Adenom) können eine PSA-Erhöhung in einem gewissen Umfang auslösen. Um nun die Ursache einer PSA-Erhöhung genauer zu klären, wird die PSA-Bestimmung mit der Bestimmung des freien PSA gekoppelt. Dadurch kann eine PSA-Veränderung als eher gutartig oder mehr krebsverdächtig eingeordnet werden. Damit ist eine sichere Krebsfrüherkennung möglich geworden.
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Neben dem PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs gibt es einen Urintest - NMP 22 - zur Früherkennung von Blasenkrebs. Ähnlich wie bei Prostatakrebs steigt die Häufigkeit der Erkrankungen an Blasenkrebs ab dem 45sten Lebensjahr stetig an, wobei hier sowohl Frauen als auch Männer betroffen sind. Eine Vorsorgeuntersuchung ist demzufolge ab dem 45sten Lebensjahr zu empfehlen. Eine besondere Gefährdung an Blasenkrebs zu erkranken besteht bei Rauchern und bei Menschen, die im Beruf mit aromatischen Aminen umgehen (z.B. Beschäftigte in der Chemischen, Gummi- und Lederindustrie, Berufskraftfahrer, Tankwarte, Teerarbeiter, Schornsteinfeger, Drucken, Maler, Friseure u.a.). Bei diesem Test wird im Urin ein Eiweiß bestimmt, welches vom Blasentumor in den Urin abgegeben wird. Damit ist eine Früherkennung vor dem Auftreten entsprechender Beschwerden möglich. Der NMP22-Test ist übrigens nach dem PSA-Test der zweite Tumormarker, der in den USA zum Tumorscreening (= Tumorsuche bei Risikogruppen ohne spezifische Beschwerden) eine Zulassung erhalten hat. | |
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Eine weitere wichtige Vorsorgeuntersuchung ist die Sonographie (Ultraschalluntersuchung). Mit ihr können im urologischen Bereich besonders die Nieren gut beurteilt werden. Da Nierenkrebs in keinem Lebensalter besonders gehäuft auftritt, gibt es auch keine spezielle Empfehlung, ab welchem Alter diese Vorsorgeuntersuchung durchgeführt werden soll. Allgemein kann festgestellt werden, dass einmal jährlich Sonographie sicher eine sinnvolle Möglichkeit der Früherkennung darstellt. Damit kann Nierenkrebs, der ebenso wie Prostata- oder Blasenkrebs keinerlei Beschwerden in der Frühphase auslöst, zeitig entdeckt und einer optimalen Therapie zugeführt werden. Das ist die Grundlage für einen guten Heilerfolg. Seit kurzem steht ein verbesserter Stuhltest zur Früherkennung von Darmkrebs zur Verfügung, der nicht mehr wie bisher Blut im Stuhl, sondern ähnlich wie der NMP22-Test ein spezifisches, vom Tumor abgegebenes Eiweiß im Kot nachweist. |
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